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Sonntag, den 24. Juni 2012 um 11:47 Uhr

Über Gärten und Banken

Geschrieben von  connormarc

Es dürfte unbestritten sein, dass dort, an all den vielen Orten in den Gemeinwesen, wo heute Banken bzw. Bankfilialen stehen, innerstädtische Gärten sein könnten. Statt: „Jeder Garten eine Bank“ nun „Jede Bank ein Garten“. Manchmal erfreut mich dieser utopische, sozialräumliche Gedanke, denn mit einem Mal hätte sie ein Ende, die aus meiner Sicht etwas „ermüdende“ Auseinandersetzung mit der Zukunft der Bankfiliale bzw. der Beschaffenheit ihres Inventars, angesiedelt zwischen künstlicher Palme, Ikea-Regal und vollautomatisiertem Touch-Table.

 

 

 

Aber wenn es schon so sein soll, dass die Bankfiliale auch zukünftig zentralen, greifbaren, nicht-virtuellen Raum beansprucht sollte die Frage erlaubt sein, ob sie dann vielleicht gemeinschaftliche Gartenprojekte auf Wegen der gemeinschaftlichen Finanzierung fördern kann.

 

Schon das ein oder andere Mal wurde hier über diese Möglichkeiten nachgedacht, denn innerstädtische, mobile Gärten oder mobile Gärten innerhalb von Dörfern und Gemeinden sind auf dem besten Weg, die neuen „Nachbarn“ regionaler Bankfilialen zu werden. Was drückt diese, zumindest gefühlte Nähe, eigentlich aus?

 

Wenn es um die gemeinschaftliche Finanzierung von (urbanen) Gartenprojekten geht, dann sind es weniger die direkten, ansässigen „Bank-Nachbarn“ als eher Plattformen wie Kickstarter oder hierzulande auch Betterplace, die, jeweils nach deren eigenen, konzeptionellen Ausgestaltung, zur (Weiter)Entwicklung öffentlicher Räume beitragen.

 

Gut aber gleichzeitig auch schade, denn die eigentlichen Nachbarn der „neuen“ Gärten sind die örtlichen, auf Grund und Boden aufgebauten Bankfilialen.

 

Zurück zur Ausgangsfrage: So banal es vielleicht klingen mag, aber die Verbindung und damit der Schlüssel, der vom gemeinschaftlichen Gärtnern zum gemeinschaftlichen Finanzieren führt, ist eben die Gemeinschaft. Und diese gilt es, meiner Meinung nach, wo möglich zu fördern. Mit allen den zur Verfügung stehenden Mitteln, seien sie technisch, persönlich, wie auch immer.

 

„Gestartet ist das Projekt [NeuLand] mit 500 € Kapital, vielen Sachspenden und: Handarbeit. Denn damit etwas wachsen kann, braucht es Boden. Im Fall des mobilen NeuLand-Gartens mobilen Boden: 100 Pflanzkästen haben die NeuLänder aus Holzpaletten selbst gebaut. In drei Jahren, so der Wunsch, sollen es 1.500 sein. Bis dahin ist noch Einiges zu tun. Und da nicht alles mit Handarbeit und hoher Motivation zu schaffen ist, sondern auch Geld braucht, hat der Verein ein Spendenprojekt auf betterplace.org eingestellt (...)“

 

Kreisläufe, Wachstum und dessen Grenzen, Vermehrung aber um welchen Preis?, "Genossenschaftliches Crowdfunding", Umgang mit (begrenzten) Ressourcen wie Geld und Boden usw.

 

Eigentlich hätten sie viel zu besprechen die „neuen“ Nachbarn - Gärten und Banken. Bleibt die Frage, wer den Anfang macht.

 

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