Du bist hier: Startseite - Tagebuch - Lücke im System: Von vorgehaltener Hand zum offenen Brief
Samstag, den 18. August 2012 um 13:23 Uhr

Lücke im System: Von vorgehaltener Hand zum offenen Brief

Geschrieben von  connormarc

Das Finanzieren durch Viele schreitet voran, entwickelt sich. Und ein Ende ist weit und breit nicht in Sicht, eher das Gegenteil ist der Fall. Was digitalisiert werden kann wird digitalisiert werden und was durch den Einsatz Vieler finanziert werden kann wird finanziert werden, vorausgesetzt die Idee dahinter „greift“. Aber das soll hier nicht Thema sein. Vielmehr geht es um die zukünftige Rolle von Banken innerhalb dieser Entwicklung.

 

 

Zwischen den Zeilen steht es mit jedem neuen gemeinschaftlichen Sammel- bzw. Finanzierungsansatz geschrieben: Warum positionieren sich Banken, und gerade regionale Banken, hier nur als passive Beobachter der Szenerie? Die Antwort könnte lauten: Weil sie es können.

 

Aber mögliche Antworten auf diese Frage gibt es viele: „Angst“ könnte ebenso eine Rolle spielen wie das Gefallen in der Rolle eines „reichen Onkels“, der sich dieses Bild nicht von einer unbestimmten Anzahl anderer „Familienangehörigen“ streitig machen lassen möchte. Man möchte ihnen Mut machen, den Banken, den Institutionen im Sozialen Wandel.

 

„Nehmen Sie Crowdfunding einfach in Ihre Dienstleistungen auf!“

 

fordert beispielsweise Frans van der Reep von den Niederlanden aus und legt in einem offenen Brief dar, warum durch einen „E-Impuls“ (Finanzierungs)Geschichte geschrieben werden könnte. Doch auch hierzulande werfen Fachkundige immer wieder einen Blick auf den „Missing Link“ zwischen Banken, ihren Kunden, Unternehmen, dem Staat. Geht man von den fortschreitenden Entwicklungen in Sachen Crowdfunding aus, so klafft in diesem Bereich im (regionalen) Bankwesen eine Lücke, was schon allein im Hinblick des Wettbewerbs zwischen „älteren“ und „neueren“ Finanzdienstleistern folgenreich sein kann:

 

„Jene Bank, die in zwei bis vier Jahren keine externen Funktionalitäten in Richtung Crowfunding an die eigenen IT-Systeme angedockt hat, wird als überkommen angesehen.“

 

So schreibt z.B. Lothar Lochmaier im GFT-Blog. Offen bleibt hier die Frage nach der konkreten Ausgestaltung der angesprochenen „Funktionalitäten“. Auch ausgiebige Recherchen nach „Best-Practice-Beispielen“ in der Verknüpfung von Banken und Crowdfunding-Ansätzen fallen mehr als spärlich aus. Allenfalls die Sparkasse Gummersbach-Bergneustadt ließ in diesem Zusammenhang im letzten Jahr durchblicken, dass ein sog. „E-Impuls“ überhaupt möglich ist und blieb damit, meines Wissens nach, ein Einzelfall, auf den sich auch 2012 bezogen wird.

 

Alles weitere zum Thema ist entweder Bestandteil internationaler Digitalisierungsgeschichte oder aber hierzulande der Versuch, eine Verknüpfung von Gemeinwohlorientierung und anderen Systemen, wie z.B. elektronischen Abrechnungssystemen des Handels herzustellen, was, wenn auch nicht kritiklos, bis dato recht aussichtsreich funktioniert und zeigt, wie variabel sich elektronische Systeme darstellen sofern die Modifikation gewollt ist.

 

Eine Kasse muss folglich nicht ausschließlich einem Bezahlvorgang dienen. Und elektronische Finanzsysteme können weitaus mehr als das, was sie tun. Davon ist nicht nur van der Reep überzeugt wenn er an Banken adressiert und schreibt:

 

„Wie Sie sehen, könnten Sie direkt neue Fahrspuren anlegen, um Geld wieder staufrei strömen zu lassen. Sie würden uns allen damit einen riesengroßen Dienst erweisen und einen großen E-Impuls Ihrem Land geben. Also, wer wagt den Sprung?“

Einen Kommentar hinterlassen

(*) = Pflichtfelder.
HTML-Code ist erlaubt.