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Samstag, den 13. November 2010 um 13:25 Uhr

System „Margherita“ zeigt Banken, wie es doch noch funktionieren kann

Geschrieben von  connormarc

Wenn ich Pizza bestelle, dann ist es meistens die Nummer 150: Athen, d.h. Fetakäse, Peperoni, Oliven, fr. Tomaten. Auf die Idee, dass Spenden irgendwann mal durch den Magen gehen kann bin ich dabei allerdings nie gekommen. Dies schon alleine aus dem Grund, dass ich im Falle einer Bestellung vom Zeitpunkt des Anrufs an nur noch an eines denken kann: Den Verzehr der Nummer 150 . Essen war und ist bei mir jedenfalls immer mikrospendenfreie Zeit. Und das soll auch so bleiben.

 

 

 

 

 

 

Mit dieser Einstellung könnte ich allerdings bald ein einsames, pizzaverschlingendes Fossil sein, denn:

 

Seit neustem ist bekannt, dass Essen und Mikrospenden mehr gemeinsam haben als etwa Banken und Mikrospenden. Was ich als Bankkunde und stiller Bewunderer der technischen Ausstattung von Banken (Datentransfer, Speed, Lichtleiterverkabelung, „Algos“ ohne Ende, Sicherheit, Genauigkeit usw.) seit über einem Jahr ab und an versuche, den Gedanken des regelmäßigen Sammelns von Kleinstbeträgen durch regionale Banken für einen regionalen Jugendtreff anzuregen, wird nun (dem Gedanken nach) von einer internationalen Pizzakette einfach mal realisiert und ich frage mich gerade:

 

Wie konnte dieser Schritt technisch überhaupt gemacht werden? Denn bis zum heutigen Tag sind es doch gerade die aufwändigen Subsysteme, die sogar Banken, als wahre Geld- und vor allem Buchungsspezialisten, vom Sammeln abhalten.

 

Und mit welch scheinbarer Lockerheit kann Chris Moore, CEO of Domino’s Pizza, so ganz nebenbei erwähnen:

 

“We are delighted to be the launch partner for Pennies. It’s such a simple idea that I can’t believe it’s not already a common fundraising method.”

 

was frei übersetzt ungefähr soviel bedeuten könnte, wie: "Fast zu einfach, um wahr zu sein!"

 

Ich bin einigermaßen irritiert, denn so als ob es gestern gewesen wäre, erinnere ich mich noch gut an das offizielle Absageschreiben einer der ersten von mir kontaktierten Banken als vieldeutige Antwort auf die Frage, ob denn deren Bankkunden das automatische, regionale Sammeln für den Jugendtreff ermöglicht werden könne:

 

"Mit unseren derzeitigen technischen Systemen lässt sich Ihre Idee nicht umsetzen. Es müssten daher zunächst aufwändige Subsysteme hergestellt werden, die neben der reinen Buchungsfunktion auch unseren strengen Sicherheitsanforderungen entsprechen müssen. Die damit verbundenen Kosten stünden dann aber in keinem sinnvollen Verhältnis zu dem erwarteten Spendenaufkommen."

 

Da sage ich doch als mikrospendender Regionalist: "What the hell is going on here?" oder noch etwas regionaler: "Ist das nun cultural-lag in Reinform oder schon erste Schritte in Richtung Silicon Pizza?"

 

Nun wird das von mir so genannte „(Sub)System Margherita“ also von „Domino’s“ erstmalig eingeführt und weist damit einen weiteren Weg in die Spendensammel-Zukunft. Natürlich unterscheidet es sich in zahlreichen Punkten vom Bank-Mikrospenden ABER zeigt auch Parallelen auf. Ohne hier ins technische Detail gehen zu wollen kann man als „kleinster, gemeinsamer Nenner“ vielleicht sagen, dass es sich in beiden Fällen um ein technisches Sammelverfahren handelt, das die Mikrospenden realisieren soll.

 

So zeigt sich, dass Spenden eben doch durch den Magen gehen kann, was mich als Fan der Nummer 150 persönlich erst einmal freut. Noch viel mehr würde mich freuen, wenn sich das internationale „Domino-Vorbild“ auch positiv auf die Einschätzung von Bankiers in meiner Nachbarschaft auswirken würde, denn gerade in Sachen Technik und Verteilung von Geld sollten doch Banken sich nicht einfach so den Wind aus den Segeln nehmen lassen. Wer weiß schon so genau, ob nicht „Domino's Pizza“ in absehbarer Zeit auf die Idee kommt, seine gastronomische um eine finanzdienstleisterische Palette zu erweitern oder gar gleich zur „Domino-Bank“ mit Mikrospenden und Pizzaservice wird? Beim heutigen Stand der Technik zumindest vorstellbar.

 

Hier gehts zum System.

 

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