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Montag, den 15. November 2010 um 18:43 Uhr

Das hier ist nicht Bangladesh – das ist Vorallgäu!

Geschrieben von  connormarc

Dieser Satz, so wie er hier steht, hat eher wenig Bedeutung oder Sinn für diesen Artikel – aber ich wollte ihn schon immer mal geschrieben sehen. Vielleicht auch nur als Reaktion auf die Fragen, ob denn automatische Mikrospenden von Mikrokrediten beeinflusst wurden oder ob es denn jetzt auch noch Mikrospenden geben müsse, wo doch inzwischen weltweit so fleißig Mikrokredite vergeben werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Alles völlig berechtigte Fragen, aber:

 

Das hier ist eben nicht Bangladesh, hier ist Vorallgäu.

 

Und ja, Mikrospenden scheinen tatsächlich und sogar zunehmend irgendeine Rolle dabei zu spielen, das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden bzw. Essen und Spenden oder, wie es sich SwipeGood, ein amerikanisches Credit/Debit-Card-Round-Up-Startup vorstellt, Konsum und Spenden eins werden zu lassen.

 

Auch wenn so kurz nach der Startphase (sehr wahrscheinlich) noch wenig verwertbares Datenmaterial über das Spendeverhalten der Nutzer vorliegt, scheint es aber doch schon die ersten, groben Einschätzungen darüber zu geben, wohin regelmäßiges, automatisches Mikrospenden zukünftig führen könnte, vorausgesetzt Menschen freunden sich mit dieser Form des automatischen Spendens an:

 

“We have learned that our users are on average doing 40 transactions per month and the typical round up amount is $0.50. That means our users are donating an average of $20 per month. Taking these numbers into consideration, it will only take 4,000 users to drive $1 million in donations per year,”

 

meint jedenfalls Anthony Nemitz, Gründer von SwipeGood.

 

Und Steli Efti, einer der drei Mitbegründer glaubt zu wissen, warum der mit zahlreichen Hemmschwellen bestückte Spendenprozess zukünftig von diesen "befreit" werden sollte:

 

“Our mission is to make giving simple. Ultimately we believe that people are going to give more and therefore have a bigger positive impact if we can eliminate any friction from the process of giving”

 

Man möchte ihnen auf ihrer "Mission" im Namen der Automatisierung für die Zukunft alle Daumen drücken.

 

Aber das ist eben San Francisco...und hier ist noch immer Vorallgäu.

 

Anders formuliert:

 

Die Gemeinsamkeiten der zahlreichen Rinder auf Wiesen und Äcker macht aus Bangladesh noch lange nicht Jugendtreffstandort Bodnegg bzw. aus einem Mikrokredit keine Mikrospende und auch SwipeGood ist wenigstens Lichtjahre davon entfernt, einen kleinen Jugendtreff im Vorallgäu zu unterstützen. Ehrlich gesagt kennt uns keine Menschenseele in Frisco und ich würde wetten, globales Dorf hin oder her, das wird sich so schnell nicht ändern. Vermutlich nie.

 

Es bleibt aber die Hoffnung meinerseits, dass meine Bank um die Ecke irgendwann erkennt, dass automatisches Spenden technisch realisierbar ist und in Form von „regionalen Mikrospenden“ zur Förderung gemeinnütziger Organisationen eingesetzt werden kann. Vor Ort. Durch die Bank. Automatisch.

 

Und noch während ich hier schreibe werden weltweit kleinere und auch größere Subsysteme erstellt, die Kunden den automatischen Mikrospenden-Service in irgendeiner Form ermöglichen können. Ich schätze, dass dies im Durchschnitt alle 2-3 Stunden der Fall ist, kann das aber nicht belegen.

 

Hier geht’s zum SwipeGood (Sub)System.

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