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Mittwoch, den 17. November 2010 um 20:15 Uhr

Eines der seltenen, öffentlichen Statements zum Thema: Automatisches Spenden

Geschrieben von  connormarc

Menschen, die sich für automatisches Spenden interessieren bzw. sich dann auch noch öffentlich zu diesem Thema äußern sind mehr als rar. Demnach sind diese Gedanken und Äußerungen für mich nicht nur wertvoll sondern auch gleichzeitig mit der Lupe im weltweiten „Spendendschungel“ zu suchen.

 

 

Aber es gibt sie, diese Äußerungen. Und im folgenden Fall gehen diese auf das Startup "Swipegood" bzw. Steli Efti, einen der Mitbegründer zurück.

 

Ich habe seine Ansichten einmal mit bestem Wissen und Gewissen „frei“ übersetzt. Wer sich doch lieber gleich an den Originaltext halten möchte, findet diesen hier, im Blog des Unternehmens.

 

Dort ist zu lesen:

 

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Die Einfachheit in der Philantropie oder:

Wie man Spenden vereinfacht

 

Welches ist der einfachste Weg, die Spendenbereitschaft der Menschen bedeutend zu erhöhen?

 

Die einfache Antwort:

Dadurch, dass der Spendenvorgang einfach(er) gestaltet wird.


Während sämtliche Erscheinungsformen bzgl. Handlungsanweisungen zum Spenden bereits optimiert wurden, wird der Vereinfachung des Spendenprozesses hingegen eher wenig Beachtung geschenkt.

 

Frage: Wie kann man Menschen am Einfachsten davon abhalten, tätig zu werden?

 

Antwort: Bitte sie darum, eine Vielzahl von Entscheidungen zu treffen

 

Und hier sind 3 zentrale Entscheidungen, die Menschen im Vorfeld einer Spende treffen müssen:

 

1. Wie viel soll ich spenden? Sind 50 Dollar zu viel oder eher zu wenig?

 

2. Wann sollte ich spenden? Sollte ich jetzt spenden oder vielleicht doch lieber erst an Weihnachten?

 

3. Für welchen Zweck soll ich spenden? Eher für den Umweltschutz oder Bildung?

 

Das sind einfach zu viele Fragen auf einmal und wir kennen das alle aus eigener Erfahrung: Wir möchten spenden oder einfach Gutes tun aber wenn es dann soweit ist und Druck durch all diese Entscheidungen entsteht dann neigen wir dazu, die Handlung auf SPÄTER zu verschieben was oftmals heißt, diese dann NIE durchzuführen.

 

Also stellt sich die Frage, wie dieser Entscheidungsdruck von der eigentlich guten Absicht des Spendens oder auch der Mitwirkung genommen werden kann.

 

Bieten Sie den Menschen eine Art des Spendens ab, bei der es keine Hemmschwellen gibt d.h. eine Art des Spendens, bei der keine Entscheidungen getroffen werden müssen. Und folgendes schlagen wir vor:

 

1. Sie registrieren sich mit ihrer Kredit- oder Debitkarte

2. Sie kaufen ein

3. Wir runden jede finanzielle Transaktion für sie auf den nächst höheren Dollarbetrag auf und Spenden die Differenz an gemeinnützige Organisationen

 

Sie müssen sich dabei nicht entscheiden:

 

1. Wie viel sie spenden, d.h. die Spende passt sich ihren Kaufgewohnheiten an (Es sind vielleicht der Anzahl nach viele Spenden, dafür aber Kleinbeträge)

 

2. Wann sie spenden. Sie spenden jedes mal, wenn sie ohnehin Geld ausgeben, also evtl. täglich

 

3. An wenn sie spenden. Sie können sich in aller Ruhe innerhalb von 12 Monaten, während ihr Spendenkonto wächst, entscheiden

 

 

Das ist eine sehr einfache Idee und genauso mögen wir es. Sie erleichtert das Spenden.

 

Jason Kilar, CEO and Founder of Hulu.com hat einmal gesagt:

 

Wenn man Menschen den Konsum erleichtert, dann werden diese mehr konsumieren.

 

Und wir glauben, dass Menschen bereit sind mehr zu spenden, wenn ihnen das Spenden erleichtert wird.

 

Spenden sollte einfach sein. Und genau das versuchen wir mit Swipegood umzusetzen

 

 

Cheers,

 

 

Steli

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Soviel zum Statement. Und auch wenn das automatische Spenden mittels Kreditkarte nur wenig mit regelmäßigen und regionalen Bank-Mikrospenden gemeinsam hat, so finden sich im Text meiner Meinung nach doch zentrale und auch innovative Ansätze wieder, die bisherige und auch etablierte Spendenprozesse kritisch hinterfragen und auch nach Wegen suchen, hier mögliche „Schwachstellen“ auszubessern.

 

Inwieweit diese Ansätze aber auch auf Anerkennung oder Akzeptanz stoßen bleibt letztlich einerseits eine Frage der Akzeptanz seitens der „Anbieter“ von technischer Infrastruktur, die für die Realisierung automatischer Spenden nun einmal die Basis bildet und auf der anderen Seite der potentiellen Spender bzw. deren Bereitschaft, sich auch auf neue Spendenprozesse einzulassen, diese zu nutzen und auch weiter zu entwickeln. Denn eines scheint klar: Ansätze wie diese können lediglich ein Anfang sein, zukünftig verstärkt über „Spendenbewusstsein“, „Spendenverhalten“ bzw. ganz allgemein über psychologische Effekte vor, während und nach dem Spenden nachzudenken.

 

Aber ein Anfang scheint gemacht.

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