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Dienstag, den 05. April 2011 um 18:43 Uhr

Bankspenden-Aktivitäten made in Gummersbach (Blogbeitrag)

Geschrieben von  connormarc

Banken spenden. Das ist weder neu noch besonders originell. Aber es macht Sinn, insbesondere in Bezug auf regionale Banken, die sich schon qua Leitbild offen zu ihrem Standort und den Menschen vor Ort bekennen. Es könnte wohl immer so weitergehen wie bisher, stünde nicht weniger als das gesamte Spendenwesen im Zuge der Möglichkeiten, die sich durch den technischen Wandel herausbilden auf dem Prüfstand.

 

Wo einst recht schnell klar war, wer spendet, kommt heutzutage jeder Mensch, weitestgehend unabhängig seiner finanziellen Mittel als potentieller Spender in Frage. Spenden ist nicht nur dabei, zum Sprung in die Massentauglichkeit anzusetzen – es ist schon mittendrin. Möglich wurde diese Entwicklung durch die Errungenschaft, kleine und kleinste Spenden technisch und insbesondere auch verwaltungstechnisch für potentiell jeden Menschen attraktiv zu machen.

 

Die Frage, inwieweit regionale Banken diese Entwicklungen registrieren und sie vielleicht sogar zukünftig zu einem festen Bestandteil ihrer IT machen scheint auf den ersten Blick geradezu trivial und selbsterklärend:

 

Denn gerade regionale Banken, die eng in ihren Regionen verwurzelt sind und darüber hinaus nicht nur über die für ein funktionales Spenden unabdingbaren Spenderdaten sondern auch über die notwendige, technische Infrastruktur mittels der angeschlossenen Rechenzentren verfügen können, bieten sich als eine regionale Sammelorganisation an. Was aber noch mehr ins Gewicht fallen dürfte, und hier unterscheiden sich Banken wohl von zahlreichen anderen Sammelorganisationen, ist das von ihren Kunden bzw. von den potentiellen Spendern „geschenkte“ Vertrauen in die Institution Bank. Banken und Sicherheit gehen von Beginn an Hand in Hand und über den vertrauensvollen Umgang mit Kundendaten machen sich wohl eher weniger Bankkunden regionaler Banken ernsthaft Gedanken.

 

Auf einen einfachen Nenner gebracht behaupte ich, dass Banken die regionalen (Mikro oder Klein)Spendensammelorganisationen von Morgen sein können, vorausgesetzt, die technischen Funktionalitäten die dafür notwendig sind werden von ihnen bei den angeschlossenen Rechenzentren nachgefragt. Aber das sind nicht mehr als technische Lösungen. Diesen vorausgehend wird jede Bankengruppe für sich entscheiden, ob und inwieweit Mikrospenden-Funktionalitäten generell ein fester Bestandteil ihrer IT-Systeme bilden soll.

 

Nimmt man in den Blick, was sich bisher in dieser Frage getan hat, was bereits sogar erprobt wurde und wird und wie einzelne Banken das Thema „regionales Spenden“ integrieren, so wird ein Aspekt besonders offensichtlich:

 

Die meisten, regionalen Banken spenden für und in ihrer Region. Aber sie spenden als Institution selbst und treten in Folge selbst als Spender auf.

 

Im Umkehrschluss bedeutet dies:

 

Nur die wenigsten Banken geben das Spenden aus ihrer Hand, übertragen es in den Verantwortungsbereich ihrer Kunden und stellen diesen damit eine technische Infrastruktur bereit, mittels derer die Kunden selbst regional und für regionale, gemeinnützige Zwecke spenden können.

 

Die meisten Banken wollen damit „Herr“ über die Spenden bleiben, selbst als Spender für ihre Region in Erscheinung treten. Wer kennt sie nicht, die überdimensionalen Schecks, die von Zeit zu Zeit medienwirksam die Besitzer wechseln. Es bleibt damit die Frage im Raum: „Was eigentlich ist denn so schlimm daran, dass die Bank nur selbst spendet. Warum sollte sich in dieser Sache überhaupt etwas ändern?“

 

Auf diese Frage gibt es keine einfachen Antworten aber doch einige Erklärungsansätze, u.a. in diesem Tagebuch.

 

Aber zurück zu der Frage, wo sich bereits heute Ansätze eines regionalen „Bank-Crowdfunding“ finden lassen:

 

Die Sparkasse Gummersbach-Bergneugstadt bietet ihren Kunden online ein Spendenbarometer und die Möglichkeit für den Erhalt „ihres“ Freibads zu spenden. Insgesamt sollen auf diesem Weg 200.000,00€ an privaten Spenden über die Bank gesammelt werden. Empfänger der Spenden ist der Sport- und Förderverein Freibad Bergneustadt, der sein Sammelkonto bei der Sparkasse hat. Ein regionaler Verein, eine regionale Bank, ein Spendenzweck und eine beträchtliche Summe. Das zu Grunde liegende, regionale Spendenprinzip wird deutlich:



Und auch wenn es sich bei dieser Aktion nicht um eine Form von Mikrospenden handelt, wie sie in diesem Tagebuch nahegelegt werden (automatisiertes Buchungsverfahren, „randomisierte“ Kleinstspenden, regelmäßige Buchungen, offen für alle gemeinnützigen Vereine in den Regionen), so vermittelt diese Sammelaktion einen ersten „vagen“ Blick in die mögliche Zukunft, regionaler Bank-(Mikro)Spendenaktivitäten.

 

Offen bleibt allerdings, wie „ernst“ das Thema bankintern genommen wird und welchen Schwerpunkt es, neben dem Kerngeschäft, für die Bank bildet. Noch, so macht es den Eindruck, handelt es sich hier um ein „Randthema“ unter Vielen. Dies könnte sich bald ändern, zusätzlich gefördert durch Gesetzesänderungen wie z.B. der zum sog. vereinfachten Zuwendungsnachweis für Kleinspenden auf Basis des „Gesetz zur weiteren Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements".

 

Wenn ein sog. Bürgerschafltiches Engagement tatsächlich eine Triebfeder des zukünftigen (kommunalen) Zusammenlebens darstellen soll, dann müssen in zweiter Linie die vorhandenen, technischen Systeme (auch Banken-IT) auf dessen Anforderungen um- bzw. eingestellt werden. Und Werte schaffen schließlich Werte – das hat die Gruppe der Volks- und Raiffeisenbanken nicht erst seit gestern und ganz richtig erkannt.

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