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Mittwoch, den 14. März 2012 um 14:32 Uhr

Wie bekannt muss etwas sein, um bekannt zu sein? Marketing Macht Bank

Geschrieben von  connormarc

Wann ist etwas bekannt? Eigentlich macht es nur wenig Unterschied, ob es sich dabei um Schlagersänger, Kleinstspenden oder Schleckermärkte handelt. Bekannt ist etwas dann, wenn es bekannt gemacht wurde. Heutzutage spricht man davon, relevante „Kanäle“ zur Verbreitung einer Botschaft zu nutzen und meint damit die konsequente Nutzung alldessen, was als Medium dienen kann. Und das ist so einiges. Geht es um das Thema Spenden, so gibt es derzeit in Deutschland wohl keine laufende Kampagne, die „Deutschland rundet auf“ auch nur annähernd das Wasser reichen kann. Aber wer weiß wirklich von dieser Aktion und wie bekannt muss etwas sein, um bekannt zu sein?

Anders und nachträglich gefragt: Hätte eine bundesweite Kleinspenden-Kampagne auch von einer Bankengruppe initiiert werden können? Ich bin der Meinung, jetzt, wo alle angefragten Banken sich gegen die dauerhafte Implementierung von regionalen Sammelsystemen ausgesprochen haben, darf man diese etwas ungewohnte Frage stellen und (eventuell ungenutzte) Marketing-Potenziale von Banken näher beleuchten.

 

Eines stellt sich für mich recht deutlich dar: Bankengruppen besitzen ein sehr großes Potential, nicht nur „Produkte“ bekannt zu  machen sondern auch wertebildend zu agieren. Es gibt ganze Bankengruppen, die gerade den Aspekt der Wertebildung in der Aussage: „Werte schaffen Werte“ verdichten.

 

Welche Werte sind dies? Was die Gruppe der Volks- und Raiffeisenbanken angeht, so spricht man hier im Allgemeinen von

 

-      Solidarität

-          Genossenschaftlichkeit

-          Fairness

-          Partnerschaftlichkeit

-          Verantwortung

-          Nähe

 

Eine Spende, unabhängig ihrer Höhe, vereinigt gleich mehrere Aspekt dieser Werteausprägungen. Eine Spende verweist auf Solidarität, Fairness, Verantwortung und (sofern es sich um eine Spende für ein regionales, gemeinnütziges Thema handelt) auch auf Nähe.

 

Vielleicht spenden regionale Banken gerade deshalb recht beträchtliche Summen und vernachlässigen damit aber einen Aspekt, den der Initiator von „Deutschland rundet auf“ mit in seine Überlegungen einbezogen hat. „Werte schaffen Werte“ hört nicht am Rande einer Bankengruppe auf sondern stellt eine laufende Verantwortung derjenigen Menschen bzw. Organisationen oder Institutionen dar, die in der Lage sind, viele Menschen (wenn nicht die meisten) mit ihrer Botschaft zu erreichen.

 

Banken und ihre Filialen besitzen dieses unschätzbare Potential. Millionen von Menschen sind auf das Engste mit ihnen verbunden, schenken ihnen vertrauen und öffnen sich damit deren Botschaften. Wertebildend sind sowohl die Jungs von „Giro sucht Hero“ als auch die Zusage einer Institution  „den Weg frei“ zu machen.

 

Banken als Initiatoren einer flächendeckenden Kleinspenden-Kampagne? Warum nicht?

 

Was Banken derzeit weniger bemerken, ist, dass es abseits von Millionen und Milliarden eine finanzielle Größenordnung oder besser eine finanzielle "Kleinheit" gibt, die der genossenschaftlichen Kernidee verblüffend ähnelt, wenn man es auf eine Gegenüberstellung ankommen lässt:

 

„„Was einer allein nicht schafft, das schaffen viele.“ (Genossenschaftliche Überzeugung)

 

„Die Menge muss es machen. Wir müssen Alle, Alle. Wie sollen wir das sonst hinkriegen?“ (Überzeugung einer Kundin beim Spenden für „Deutschland rundet auf)

 

Was schade ist, dass gerade die Institutionen, die durch das ihnen geschenkte Vertrauen ihrer Kunden und die ihnen damit verliehene „Stärke“ oder von mir aus auch "Marketing-Potentiale" in hohem Maße wertebildend agieren können, diese Möglichkeiten nicht ausgiebiger nutzen.

 

Im Sinne der Kunden und zur Förderung der Gemeinnützigkeit vor Ort.

 

 

 

Zur Vertiefung:

Bericht über das gesellschaftliche Engagement der genossenschaftlichen FinanzGruppe 2010

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