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Dienstag, den 28. Juni 2016 um 20:26 Uhr

"Stell Dir vor, Deine Bank sucht Mikrospender und über zehntausend Menschen machen mit"

Geschrieben von  connormarc

Was zunächst wenig glaubwürdig und nahezu utopisch klingt, ist wahr. Die Zeiten, in denen Banken, und gerade regionale Banken ausschließlich selbst als großzügige, institutionelle Spender für gemeinnützige Zwecke auftraten sind vorbei. Eine neue Zeitrechnung digitaler, auf das Zusammenwirken der Vielen abzielender und automatisierter Spendensammelsysteme hat begonnen und wird aller Voraussicht nach nicht mehr aufzuhalten sein. Ob das gut, weniger gut oder einfach nur belanglos ist, wird sich noch zeigen.

Aber was ist eigentlich geschehen?

 

Am 01.09.2015 um 16:30 Uhr veröffentlichte der Märkische Zeitungsverlag online einen Artikel mit der Überschrift: „Mikrospender für Girocents gesucht“. Darüber, ob Wolfgang Opitz, Sparkassenvorstand der Sparkasse Kierspe-Meinerzhagen an diesem im Artikel beschriebenen Montagabend im September geahnt hat, dass gerade einmal 10 Monate später über zehntausend Menschen dem Aufruf, Mikrospender bei ihrer Bank zu werden gefolgt sind, kann nur spekuliert werden.

 

Auch wird rückblickend nicht mehr zu klären sein, ob Verantwortliche des Rheinischen Sparkassen- und Giroverbandes, in dessen Auftrag das automatisierte, bankgesteuerte Kleinspendensystem vom Institut für Marketing und Kundenbindung GmbH realisiert wurde in dem Bewusstsein handelten, dass sie mit diesem, nach eigenen Angaben „innovativen“ Spendenprogramm auch Spendengeschichte im Bankwesen schreiben.

 

Klar ist, keiner der Initiatoren kannte dieses Tagebuch, nur vereinzelt folgen mir Experten aus dem Finanzwesen auf Twitter. Somit bleibt der Unterschied zwischen Innovation und Invention klein aber bedeutend. Denn konkrete Konzepte, die die Abläufe von elektronischen Mikrospenden in digitalen Rechensystemen von Banken skizzieren, resultieren nach heutigem Kenntnisstand aus studentischer Arbeit und aus Konzeptentwürfen, die in das Jahr 2009/2010 zurückführen.

 

Jeder Mitarbeiter einer Sparkasse die sich dafür entscheidet, ihren Kunden das elektronische Kleinstspendensammeln zu ermöglichen, sollte dies zur Kenntnis nehmen.

 

Eigentlich.

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