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Sonntag, den 25. September 2011 um 10:57 Uhr

Banken-IT: Intelligent ist der, der Intelligentes programmiert

Geschrieben von  connormarc

Langsam aber sicher scheint es an der Zeit, sich von einer „Normal-IT“ zu verabschieden und „Intelligenz“ in die zentralen Rechensysteme einfließen zu lassen. Banken sollten hier keine Ausnahme bilden. Wenn jetzt noch jedem Menschen klar wird, um was es sich bei „Intelligenter Technologie“ überhaupt handelt, ist ein weiterer, großer Schritt gemacht. Leider suche ich verlässliche Antworten auf diese Frage vergebens, was aber wiederum an der Intelligenz liegen könnte. Ein Kreislauf des Schreckens.

„Intelligente Technologie“, nicht etwa zu verwechseln mit technischer Intelligenz ist ein Begriff der breiten Masse nicht und den allermeisten Bankkunden dürfte es mehr oder weniger egal sein, ob eines möglichen Zusammenhanges zwischen „Intelligenz“ und „Bank-IT“.

 

"Intelligenz (von lat. intellegere „verstehen“, wörtlich „wählen zwischen...“ von lat. inter „zwischen“ und legere „lesen, wählen“) ist in derPsychologie ein Sammelbegriff für die kognitive Leistungsfähigkeit des Menschen."

 

Soweit so allgemein. Intelligenz, da dem Wortstamm nach mit „wählen“ verbunden scheint zunächst einmal erstrebenswert – für Menschen. Denn vorwiegend Menschen werden mit Intelligenz assoziiert, oder eben nicht. Für Maschinen oder eben auch zentrale Rechensysteme (z.B. im Finanzwesen) bleibt bis heute der Verweis auf die sog. „künstliche Intelligenz“, eine Art Intelligenz zweiter oder dritter Klasse, mit oftmals weitaus mehr "Schein als Sein".

 

Kurzum: Am Begriff der Intelligenz scheiden sich Wissenschaftler und Geister. Und künstliche Intelligenz muss sich bis heute damit begnügen, „nur“ so intelligent sein zu können, wie die Entwickler, die diese hervorbringt.

 

Das lässt sich, meiner Meinung nach, am automatisierten Handel mit Wertpapieren recht gut verdeutlichen:

 

„Denn zunehmend übernehmen völlig eigenständig handelnde Computer die Handelsgeschäfte an den Aktienmärkten. Sie werden angetrieben von Algorithmen - komplexen Programmen. Und viele sind allein darauf ausgerichtet, aus jeder Milli- und Mikrosekunde bares Geld zu machen.“

 

Die zentrale Aussage liegt hier wohl in der Erkenntnis, dass die Computer auf ihre Aufgabe, nämlich „bares Geld zu machen“ ausgerichtet sind. Sie haben sich nicht selbst dieses Ziel gesetzt, das dürfte das Beruhigende sein. Vielmehr wurden Sie von intelligenten Menschen darauf ausgerichtet, automatisiert das zu tun was sie eben tun. Und wer jetzt nicht doch einmal Ethik bemüht, ist eigentlich selber schuld - denn Intelligenz ist nicht genug, finde ich. Und „Intelligenz“ sollte sich auch nicht hinter einer sog. „künstlichen Intelligenz“ verstecken (können).

 

Anders gesagt: Gutes oder weniger Gutes, Intelligentes oder auch weniger Intelligentes sitzt nicht im Computer, sondern i.d.R. davor.

 

Früher oder später wird man sich breitenwirksamer über Intelligenz und Ethik oder Ethik und Intelligenz in zentralen Rechensystemen, gerade auch im Finanzwesen, unterhalten. Da bin ich ganz sicher. Und es wäre schon sehr verkürzt, wenn sich die Diskussionen auf den (globalen) Handel mit Wertpapieren konzentriert, denn global ist oftmals (zu) weit weg und regional ist eben hier.

 

Auch regionale Banken bzw. deren IT-Dienstleister arbeiten tagtäglich mit Automatismen und Algorithmen, entwickelt und implementiert von intelligenten Menschen aus der Region. Jeder kennt doch jemanden der jemanden kennt, der sowas macht.

 

Inwieweit dabei aber ethische Gesichtspunkte eine Rolle gespielt haben, sei mal dahin gestellt.

 

 

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