Und während im Jugendtreff noch die Pizza belegt wird, hat „Lime Brokerage“ in Manhattan (relativ zeitgleich gegen ca. 13 Uhr Ortszeit) bereits Automatisierungskontakt mit ungefähr 63 Millionen Aktien gehabt, was aber gar nicht mal so viel ist wenn man bedenkt, dass dort an manchen Tagen, nach eigenen Aussagen, durchaus die Milliardengrenze überschritten wird.
Es stellt sich damit für mich die Frage, inwieweit die „Algos“ nicht nur dem globalen Aktienhandel sondern auch dem regionalen Jugendtreff von Nutzen sein können, wenn es schon so etwas Effektives und Schnelles auf der Welt gibt. Noch davor kann man allerdings fragen:
Was sind denn „Algos“ überhaupt?
Ganz ehrlich: Ich weiß zumindest, dass diese auch in meinem Spenden-Subsystem arbeiten und dort maßgeblich dafür verantwortlich sind, dass die „Mikros“ (Mikrospenden) der Spender an immer denselben Tagen und Uhrzeit punktgenau und vor allem sicher auf dem Sammelkonto landen. Aber hier hört mein "Algowissen" bereits auf und auch der Spiegel (39/2010) kann da nicht übermäßig zu einer Erhellung beitragen:
„Algorithmen sind, vereinfacht beschrieben, Handlungsvorschriften: Anweisungen, um Probleme zu lösen.“
Übersetzt auf den Aktienmarkt bedeutet dies:
„Will etwa ein Investor 10.000 Aktien kaufen, dann sorgt der Algorithmus dafür, dass beim Unterschreiten bestimmter Preislimits automatisch die Aktien gekauft werden.“
Übertragen auf den regionalen Spendenmarkt bedeutet dies:
„Will eine regionale, gemeinnützige Organisation 10.000,00€ im Jahr durch Bank-Mikrospenden sammeln, dann sorgt der Algorithmus dafür, dass an 4 Stichtagen im Monat die Kleinstspenden erkannt und automatisch auf das Sammelkonto gebucht werden“.
Was auf den Finanzmärkten längst Alltag ist, bringt eben auch die regionalen Spendenmärkte in Bewegung. Alles andere wäre eher gemein als gemeinnützig.
Wenn wir im Jugendtreff über das Subsystem und die in ihm werkelnden Algorithmen diskutieren (meistens tatsächlich beim Pizza belegen), ist es in vielen Fällen auch gerade das Spannungsfeld von Kochen und Mathematik, das uns beschäftigt. Nochmal der Spiegel:
„Eigentlich ist ein Algorithmus nichts anderes als ein Kochrezept. Doch um die komplexen Rechenoperationen in den Finanzmärkten durchführen zu können, sind exakte mathematische Anweisungen notwendig. Für jede Strategie gibt es heute die adäquate Software.“
Vereinfacht könnte man sagen: Ohne Algorithmen kein Subsystem im Bankzentralrechner. Ohne Subsystem keine Mikrospenden und ohne Mikrospenden kein neuer Backofen im Jugendtreff, was über kurz oder lang zu einem Umstieg von Pizza auf Pasta führen dürfte. Aber es gibt sie ja zum Glück, die „Algos“. Und wenn ich so auf die Uhr schaue, dann dürften damit in Manhattan gerade so um die 90 Millionen Aktien gehandelt worden sein. Mindestens.
Meine persönliche Meinung hierzu:
"Algos" ja klar, aber dann bitte auch im Einsatz für den regionalen Spendenmarkt und den Jugendtreff.